Unser Meister-Tanzmariechen Aenne Rebhan ist am Rosenmontag im Bayerischen Fernsehen

Aenne in Aktion und Tanzmariechen-Uniform des „Coburger Mohren“ Foto: TSG

Unser junges Vereinsmitglied Aenne Rebhan wurde 2019  Deutsche Jugendmeisterin im Karnevalistischen Tanzsport für die TSG Coburger Mohr und ist trotz „Faschings-Karandäne“ am Rosenmontag im Fernsehen zu erleben.

Das BR Fernsehen bringt zur besten Sendezeit (15.02.2021, 20:15 Uhr) einen vorgedrehten  Beitrag über die junge Meistertänzerin in der Serie „Heimat der Rekorde“, der sie beim Training  in ihrem dortigen Verein zeigt (schon in der ARD-Mediathek zu sehen, Link siehe unten). Am 29. März 2019 holte sich die damals 11-Jährige den Titel bei den 48. Deutschen Meisterschaften in Braunschweig und setzte sich mit 455 von 500 möglichen Punkte gegen eine starke Konkurrenz durch. Es war der erste deutsche Jugendtitel für den erfolgreichen Coburger Club, entsprechend stolz sind die Verantwortlichen auf Aenne. Wir vom ATSV natürlich auch, ist sie doch auch bei uns aktiv. Mittlerweile hat sie ja schon einige große Titel geholt. Sie tanzt noch in der Garde der „Mohren“ und zusammen mit einem Vierzehnjährigen als Paar.  Inzwischen ist sie fast 13, in der 7. Klasse der Siegmund-Loewe-Realschule in Kronach und wechselt halbwöchentlich ihren Wohnort zwischen Nordhalben (Mutter) und Coburg (Vater). In Normalzeiten kommt sie auch gern in unsere Turnstunde von Ralph, wenn Zeit ist und hofft drauf, dass es bald wieder möglich ist. Natürlich macht sie auch das Sportabzeichen bei uns mit „links“. Eine Verletzung und „Corona“ bremsten sie zwischenzeitlich zwar aus, aber sie trainiert hart und brennt auf die nächste Faschingssaison. Der kleine Wirbelwind ist inzwischen ordentlich aufgeschossen und präsentiert sich im BR selbstbewusst, mit natürlichem Mädchencharme und damit durchaus medienlike. Grund genug mal nachzufragen, was so läuft bei ihr. Sie hatte erstaunlich klare Antworten für eine Heranwachsende an der Schwelle zur Jugend.

Frage:
Was passierte nach der Meisterschaft?

Aenne:
Mit dem Tanz-Auftritt nicht mehr viel. Wir hatten noch eine Qualifikation im Paartanz in Saarlouis, dann Training ab Sommer, und vor dem großen Faschingsfinale 2020 verletzte ich mich. Meine geplanten Auftritte im Fernsehen in der Veitshöchheimer Nachwuchssendung „Wehe wenn wir losgelassen“ und „Franken Helau“ im Heimspiel in Steinwiesen musste ich absagen. Danach kam der Lockdown I mit den Ausfällen der Meisterschaften 2020 und jetzt der zweite, damit überhaupt keine Auftritte mehr.

Frage:
Aber dann bist du ja noch amtierende Deutsche Meisterin?

Aenne:
Nein, ich sehe mich nicht so, auch wenn es wegen Corona noch keine Nachfolgerin gibt. Ich bin nicht mehr auf der Bühne gestanden, habe keine Punkte geholt und keinen neuen Pokal im Schrank. Außerdem bin ich jetzt in der Juniorenklasse.

Frage:
Im Fernsehen sieht man deine Pokale im Schrank, das sind einige. Für was noch?

Aenne:
Ich war noch 2018 Deutscher Vizemeister, 2019 Süddeutscher Meister, 2018 Süddeutscher Vizemeister, 2019 Fränkischer Vizemeister, 2019 und 2018 Oberfränkischer Meister. Abgesehen von diesen Titeln konnte ich auch auf zahlreichen Qualifikationsturnieren mein Können unter Beweis stellen und auch dort einige Pokale mit nach Hause bringen.


Frage:
Wie kamst du überhaupt dazu?

Aenne:
Als Fünfjährige, beim Besuch bei einem Schauauftritt der „Tanzmohren“ in Coburg. Mir gefiel besonders das Tanzmariechen und ich hab zu meinem Papa gesagt: Das will ich auch mal probieren. Wir gingen zum Schnuppertraining im Studio, dann zur Vorstellung im Verein. Da war Trainerin Michelle Maldonado, selbst mehrfache deutsche Meisterin, und meinte ich hätte Talent und ob ich Tanzmariechen werden wollte. Ich wollte und sie ist bis heute meine Ausbilderin, inzwischen mit zwei anderen Vereinstrainerinnen für die Garde und den Paartanz.

Frage:
Was macht deinen Tanzsport so besonders für dich?

Aenne:
Schön auf der Bühne zu stehen, und zu zeigen, was man kann, Akrobatik, Mimik, was man gelernt und trainiert hat.

Frage:
Wie groß ist die Enttäuschung jetzt noch bei dir und deinen Tanzkolleginnen und -kollegen, dass es heuer keinen Fasching gibt, keine Auftritte?

Aenne:
Sehr groß, nachdem man einen ganzes Jahr gearbeitet hat - es gibt dafür keine Belohnung, kein Adrenalin.

Frage:
Hast du dir mal überlegt aufzuhören, Zweifel gehabt?

Aenne:
Nein, nie, kein Zweifel, ich wollte immer weitermachen.

Frage:
Wie schaut das Training jetzt aus, wie und wo?

Aenne:
Zuhause natürlich. Wir machen Livetraining via Internet mit der „Zoom“-App mit Kameras auf beiden Seiten, bekommen Übungsanleitungen via Videostream und Fernkontrolle, Muskelaufbau-Übungen als Hausaufgabe und mehr. Sechs Trainingseinheiten pro Woche, ohne Sonntag, seit letztem Sommer. Das war am Anfang nicht leicht, gerade mit den spiegelverkehrt angezeigten Übungen auf dem Schirm.  Vor allem bei den Garde-Choreografien mit den Gruppen ist es schwierig und kann so nicht auf Dauer gehen. Daheim habe ich einen kleinen Turnraum, aber da kann ich nur Einzelübungen machen und auch die Deckenhöhe muss beachtet werden. Wenn wir wieder raus können, ist das schon ein großer Fortschritt, ich freu mich auf den Sommer. Aber erst wenn wir wieder gemeinsam in der Halle trainieren können, geht es richtig los, das fehlt allen.

Frage:
Gibt es heuer wieder Turniere und Meisterschaften?

Aenne:
Ja, wir haben die Hoffnung, die Saison beginnt erst im September und wir trainieren dafür.

Frage:
Wie war‘s vor der Kamera und hattest du da mehr Lampenfieber als auf der Bühne?

Aenne:
Eigentlich nicht, es war ja nicht live. Wenn man Fehler macht, kann man da noch einmal die Szene drehen. Auf der Bühne gibt es keine Korrektur und man ist allein dafür verantwortlich, was passiert.

Frage:
Wie läuft das, wer unterstützt dich?
 
Unter der Woche teilen sich Mama und Papa die Fahrerei, ich bin ja halb in Nordhalben und halb in Coburg. Zu den Auftritten fahren wir mit dem Bus, die Eltern hinterher. Den sonstigen Aufwand für den Sport bezahlt mein Papa.

Frage:
Was hat sich für dich mit der Deutschen Meisterschaft geändert, das wird man ja nicht alle Tage und nicht Jeder?

Aenne:
Eigentlich nicht viel, mich charakterlich jedenfalls nicht, aber das Selbstbewusstsein ist gewachsen! An der Schule gab es ein paar blöde Witze, die Freunde fanden‘s obercool, der Schulrektor hat persönlich gratuliert und ein Zeitungsartikel hing an der Pinwand. Die Familie ist stolz und man selbst natürlich umso mehr.  

Frage:
Hast du berufliche Ziele in Verbindung mit dem Tanzsport?

Aenne:

Bisher hab ich mir darüber keine großen Gedanken gemacht, aber wohl eher nicht, da kann man nicht viel verdienen. Mit Sport vielleicht schon, mal sehen.  

Frage: Hast du besondere Wünsche:

Aenne:
Ja, dass wir bald wieder zum Training gehen dürfen und genauso in die Schule, ich habe das „Homeschooling“ satt!

ATSV:
Dann, Aenne, alles Gute, baldige Rückkehr zum normalen Training in Coburg und bei uns und dann weitere große Erfolge im Tanzsport!

Das Interview mit Aenne führte „coronagerecht“ am Telefon Norbert Neugebauer.

Hinweis:
BR Fernsehen: „Heimat der Rekorde“ – Montag, 15.02.2021, 20:15 Uhr – 21:00 Uhr

LINKS:
ARD-Mediathek
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